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| Demographie und Arbeitsmarkt |
| Weniger Nachwuchs, mehr ältere Arbeitskräfte |
 In einer alternden Gesellschaft gibt es einen zunehmenden Bedarf an hoch qualifizierten Arbeitskräften. Dies birgt mehr Chancen als Risiken für junge Menschen. Warum Chancen? Weil die geburtenstarken und hoch qualifizierten Jahrgänge, die sogenannten „Babyboomer“, die Mitte der 1960er Jahre geboren sind, ab 2030 das Rentenalter erreichen. Sie müssen ersetzt werden. Aber schon heute fehlt es an Nachwuchs, wie überall zu lesen und zu hören ist. |
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| Die Altersverschiebung in Unternehmen: Schwindendes Erwerbspersonenpotential |
Johann Fuchs vom Institut für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Arbeitsmarkt und Demographie. In seinem Aufsatz „Arbeitsmarkteffekte des demographischen Wandels“ hat Fuchs die Zusammenhänge zwischen Bevölkerungsentwicklung und Arbeitsmarkt erläutert. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Verschiebung der „Babyboom-Generation“. „Diese Verschiebung wird auch in den Betrieben stattfinden“, schreibt Fuchs. Die Arbeitnehmer der geburtenstarken Jahrgänge 1964 und 1965 reihen sich ab 2020 in der Alterspyramide weiter oben ein und erreichen gut zehn Jahre später das Renteneintrittsalter.
Für das Erwerbspersonenpotenzial, also alle Menschen, die den Betrieben zur Verfügung stehen, hat Fuchs drei Szenarien für die Entwicklung bis 2050 aufgestellt. 2004 waren es 44,5 Millionen Erwerbspersonen. Die Prognose für 2050 bewegt sich zwischen 31 im ungünstigsten und 39 Millionen im günstigsten Falle. Fuchs geht davon aus, dass sich bis 2010 relativ wenig verändert. Ab 2015 sagen die Prognosen jedoch einen deutlichen Rückgang der verfügbaren Arbeitskräfte voraus.
In der Zeit zwischen 2010 und 2020 nehme das Erwerbspersonenpotenzial um 4 Millionen ab. Dieser Rückgang verstärkt sich ab 2030 noch einmal, wenn die „Babyboomer“ in Rente gehen. Zwischen 2020 und 2050 gehen damit aus rein demographischen Gründen mehr als 18 Millionen potentielle Arbeitskräfte verloren. |
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| Das schrumpfende Potenzial der 15 bis 29 Jährigen: weniger Junge, mehr Alte |
Auf dem Markt für ältere Arbeitnehmer, das heißt bei den über 60 Jährigen, ist im Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung bemerkenswert, dass hauptsächlich Hochqualifizierte (Hochschul- und Fachhochschulabsolventen) bis ins höhere Alter arbeiten. Dieser Trend wird sich weiter verstärken. Denn das IAB konnte einen erheblichen Anstieg bei der Erwerbsbeteiligung von Älteren prognostizieren.
Fuchs gibt zu bedenken, dass der durchschnittliche Student in Deutschland mit 30 die Uni verlässt. 1990 standen noch 14 Millionen jüngere Arbeitskräfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Im Jahr 2050 sind es nur noch rund 7 Millionen. Mit zehn Millionen jungen Arbeitskräften heute, bedeutet dies einen Rückgang von 30 Prozent bis 2050. Das heißt für die Unternehmen: Weniger junge und mehr ältere Arbeitskräfte. Dies sei „fast nicht mehr veränderbar“, schreibt Johann Fuchs. Auch die Bedeutung älterer Arbeitnehmer nimmt damit zwangsläufig zu. Das Arbeitkräftepotenzial wird noch länger auf dem jetzigen Niveau bleiben. Doch die Verschiebung der Altersstruktur macht sich ab 2015 deutlich bemerkbar. |
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| Die Ausbildung von hochqualifizierten Nachwuchskräften |
Im Zuge des zunehmenden Wandels in eine Dienstleistungsgesellschaft, nimmt der Anteil der unternehmensbezogenen Dienstleistungen am Bruttoinlandsprodukt immer mehr zu. Diese hoch qualifizierten Dienstleistungen erfordern ebenso hochqualifizierte Arbeitskräfte. Mit anderen Worten: „Der Bedarf an An- oder Ungelernten sinkt, während der an Hochschulabsolventen steigt.“ Grundsätzlich beschreiben die Forscher eindeutig eine gegensätzliche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: Das Angebot an Arbeitskräften sinkt, während der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften steigen wird. |
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| Beide Markseiten bewegen sich aufeinander zu. In der Vergangenheit ist die Zahl der Hochschulabsolventen gestiegen. Diese haben in der Regel auch einen Arbeitsplatz bekommen. Aufgrund der demographischen Entwicklung vermutet Johann Fuchs, dass es einen Mangel an Hochqualifizierten geben könnte. Sicher vorherzusagen sei dies jedoch nicht. Relativ sicher dagegen ist: „Schlecht Ausgebildete sind nicht gefragt und es gibt keine Anzeichen, dass sich das bessern wird.“ |
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| Fazit |
Die negativen Arbeitsmarkteffekte können durch Zuwanderung und Personalreserven nicht umgekehrt werden. Als ziemlich sicher gilt, es wird eine Verschiebung der Altersstruktur in den Unternehmen geben. Der Nachwuchs wird knapp und die Belegschaft immer älter. Diese Entwicklung ist unumkehrbar, und die Personalentscheider müssen sich darauf einstellen. Unternehmen werden gezwungen sein, weiblichen Arbeitnehmern bessere Möglichkeiten zur Vereinbarung von Beruf und Familie zu bieten. |
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