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Praktika nach dem Studium
"Generation Praktikum"
Erste repräsentative Studie:
Kein Massenphänomen

Ein Artikel in der Zeit brachte am 31. März 2005 den Stein ins Rollen. Der Titel: „Generation Praktikum“. Provokant und plakativ entsprechend der Untertitel: "Früher sollten Praktikanten bloß Erfahrungen für ihr künftiges Berufsleben sammeln. Heute werden sie als billige Arbeitskräfte eingesetzt." Seit dem ist der Begriff „Generation Praktikum“ in die öffentliche Diskussion geraten und wird bis heute benutzt, um ein angebliches Massenphänomen zu beschreiben. Sogar wikipedia widmet sich eingehend diesem Thema. Folgende Begriffsdefinition ist dort zu lesen: „Generation Praktikum steht für ein von vielen als negativ empfundenes Lebensgefühl der jüngeren Generation, die vermehrt unbezahlten oder minderbezahlten Tätigkeiten in ungesicherten beruflichen Verhältnissen nachgehen muss.“ Die Kritik an niedrig bis gar nicht bezahlten Praktika drückt sich in Worten wie „Ausbeutung“, „Lückenfüller für Personalengpässe“ oder einfach nur „billige Arbeitskräfte“ aus. Der Autor des Zeit-Artikels hat bereits vor zwei Jahren auf die dünne Datenbasis hingewiesen. Er beklagt sich in dem Artikel, dass es keine Statistiken zur Erfassung von Praktikanten gibt. „Niemand zählt sie, niemand errechnet, wie lange diese Praktika dauern, niemand verfolgt, wohin sie führen“, schreibt er.


Damit wird klar, dass sich der Begriff „Generation Praktikum“ nur auf Vermutungen, vagen Indizien und Beobachtungen gründet.

Die Studie HIS GmbH

Nun hat aber die Hochschul Informations System GmbH (HIS) in ihrer jüngsten Studie über Praktika nach dem Studium zum ersten Mal repräsentative Daten gesammelt, die den allgemeinen Eindruck, die sogenannte „Generation Praktikum“ sei ein Massenphänomen, widerlegt. Vielmehr stellt HIS heraus, dass es sich um ein von Medien produziertes Phänomen handelt. Dabei ist auffällig, dass die Medienbranche zu den größten Nutznießern von Praktikanten gehört bzw. eine der „praktikumsintensivsten“ Branchen ist. Die HIS hat verschiedene Motive für ein Praktikum nach dem Studium hinterfragt. Zum Beispiel: Ein Defizit in der Berufsfähigkeit der Absolventen? Eine strategische Entscheidung der Absolventen für einen direkten Berufseinstieg nach dem Praktikum? Eine „(neue) Personalrekrutierungsstrategie“ von Unternehmen? Oder ist es ein rein konjunkturelles Phänomen?

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