Unser JobSpezial für den Monat Dezember haben wir unserem neuen Webinar-Projekt gewidmet. Um eine Meinung der studentischen Zielgruppe einzufangen, wurde ein Interview mit Michael Jarecki, Vertreter der studentischen Unternehmensberatung VIA e.V. geführt. Was er von Webinaren hält und wie er deren Zukunft sieht, könnt Ihr jetzt auch auf dem Blog nachlesen.
Michael Jarecki
Michael Jarecki (23) ist Student an der Universität Dortmund. Er ist momentan in den letzten Zügen seines Bachelors im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit den Vertiefungen Industrial Engineering und Unternehmensführung. Neben seinem Studium engagiert er sich bei der Studentischen Unternehmensberatung VIA e.V.
VIA ist eine der ältesten studentischen Unternehmensberatungen und wurde 1992 an der Technischen Universität Dortmund gegründet. VIA arbeitet seit zwei Jahrzehnten mit verschiedensten Kunden aus der freien Marktwirtschaft zusammen und kann auf über 300 erfolgreich abgeschlossene Projekte zurückblicken. Ihre Projektteams beraten selbstständig Unternehmen und Organisationen bei Entscheidungen des operativen sowie strategischen Geschäfts.
Bei VIA engagieren sich Studenten verschiedenster Fachrichtungen, die wertvolle Praxiserfahrungen sammeln wollen. Die Studenten werden durch ein spezielles Schulungssystem zu Beratern ausgebildet und können ihr Wissen durch ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm kontinuierlich erweitern. Sie beanspruchen für sich immer auf dem neusten Wissensstand zu sein, um ihren Kunden ein professionelles Beratungsergebnis liefern zu können. In diesem Zusammenhang setzen sie sich immer mit den neusten Tools sowie Trends aus Wissenschaft und Wirtschaft auseinander. Ob auch Webinare zu den Hilfsmitteln der Zukunft gehören können, verrät uns Michael Jarecki in einem Kurzinterview.
alma mater: Kennen Sie Webinare und in welchem Zusammenhang haben Sie davon gehört?
Zum ersten Mal bin ich vor etwa anderthalb Jahren mit dem Thema Webinare in Berührung gekommen, als mir bei einem Netzwerktreffen ein anderer studentischer Berater davon erzählte, dass er im Zuge eines Beratungsprojekts ein dezentrales Weiterbildungskonzept entwickelt hat und hierbei Webinare eine zentrale Schüsselrolle spielten. Ich gebe zu, dass ich von der Idee sofort begeistert war, weil ich aus meiner Tätigkeit als Ressortleiter für Personal & Organisation bei VIA weiß, wie schwierig es ist die gewünschten Personen für ein bestimmtes Thema zur gleichen Zeit an einen Ort zu bekommen.
alma mater: Was halten Sie von der Idee Fachvorträge von Experten aus der Wirtschaft über Webinare an die Hochschulen zu bringen?
Ich finde diese Idee großartig, denn nur allzu häufig hört man von Freunden und Bekannten, dass die an den Universitäten vermittelten Inhalte viel zu theoretisch sind und dass nur ein Bruchteil dieses Wissens in der Praxis zu gebrauchen ist. Wenn man also ein Brücke zwischen den Studieninhalten und den Praxiserfahrungen von Experten aus der Wirtschaft schlagen und auf diese Weise das universitäre Wissen vertiefen könnte, würde ich darin eine Ergänzung zum Studium sehen. Speziell die Möglichkeit Studenten von verschiedensten Orten zur gleichen Zeit an einen virtuellen Ort zu bringen, sie gemeinsam ein Vortrag hören oder sogar sehen und dabei interagieren zu lassen, sehe ich als äußerst spannend an. Ich stelle mir das als angenehme und gemütliche Alternative zur frühmorgendlichen Vorlesung im überfüllten Hörsaal vor, wenn ich abends in ruhiger und entspannter Atmosphäre von Zuhause aus an einem Webinar teilnehmen kann.
alma mater: Welche Themen fänden Sie persönlich besonders spannend?
Durch mein Studium bin ich quasi zwangsläufig vielseitig interessiert und könnte mich inhaltlich sowohl für ingenieurwissenschaftliche Fragestellung als auch für wirtschaftliche Themen begeistern. Für mich ist unabhängig von der Fragestellung der Praxisbezug ausschlaggebend. Werden mir Möglichkeiten aufgezeigt meine theoretische Wissensbasis praktisch umzusetzen und anzuwenden, schenke ich jeder Person gerne Aufmerksamkeit. Denn genau das macht ein Thema aus meiner Sicht spannend und einen Expertenvortrag für mich persönlich ertragreich. Mich interessieren die Erfahrungen, die Fehler sowie die Erfolge anderer Personen in diesem Wissensbereich. Wie haben sie ungeplante und unbekannte Herausforderungen bewältigt? Was für Lösungen haben sie entwickelt? Wie unterscheiden sich die praktischen Lösungen von der Theorie?
alma mater: Blick in die Zukunft: Werden sich Webinare als Form der Lernunterstützung an den Hochschulen etablieren?
Ich hoffe sehr, dass dies der Fall sein wird und sehe großes Potential in Webinaren als gebräuchliches Hochschulwerkzeug. Vor allem im Bereich der Tutorien und Übungen, die begleitend zu vielen Vorlesungen angeboten werden, könnten die Webinare eingesetzt werden, um die Lehre zu unterstützen und den Studierenden mehr Flexibilität einzuräumen. Weiterhin sehe ich in Webinaren, die in Form von praxisnahen Vorträgen gestaltet werden, die Möglichkeit mein Wissen individuell und abhängig von meinen eigenen Interessen zu vertiefen. Ich könnte auf diese Weise meinem Lebenslauf den Feinschliff verpassen und mich gezielt auf meine weitere Karriere vorbereiten. Aus meiner Sicht wäre es aber auch vorstellbar, dass Webinare den Universitäten helfen ihre Platzprobleme zu lösen, weil sie den Raumbegriff in Bezug auf universitäre Veranstaltungen grundlegend verändern könnten.
alma mater: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für das Interview genommen haben. Wir wünschen Ihnen weiter viel Erfolg für Ihr Studium!
Das gesamte „JobSpezial“ gibt es unter www.alma-mater.de/de-jobspezial